Zu Fuß auf dem Pilgerweg von Berlin nach Santiago de Compostella
Via Lemovicensis:
La Coquille – Sorges (36,8km)
Auf allen Vieren nach Sorges
Ich schreibe diesen Blogeintrag vom Bett aus, denn ich kann mich schlichtweg nicht mehr bewegen. Nach sage und schreibe fast 37 km Fußmarsch bin ich heute auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch in der Auberge Pélerin in Sorges angekommen.
Und ausgerechnet heute, wo endlich mal wieder weitere Wanderer unterwegs waren – zwei nette französische Damen, mit denen ich mir das Zimmer teile – bin ich so platt, dass ich nicht einmal mehr zum Smalltalk in der Horizontalen tauge. Während sie noch fröhlich schnatterten, war ich bereits eins mit der Matratze. Camino-Koma.
Dabei war der Tag eigentlich ein echtes Geschenk: Ich bin schon gegen 7:00 Uhr aufgebrochen – weniger aus Pilgereifer, mehr aus dem Wunsch, handwerkliche Tätigkeiten in der Unterkunft zu vermeiden.
Das Wetter spielte mit: nicht zu heiß, ab und an ein freundlicher Regenschauer, der mich dann abkühlte, wenn ich’s nötig hatte. Der Weg? Relativ flach, leichtes Gefälle, kaum Stolperfallen, viele Wiesen, Felder und schattige Wälder.
Mit Musik in den Ohren wurde der Tag fast meditativ. Ich glitt dahin, wie auf Wolken – na gut, vielleicht eher wie ein alter Citroën über eine Landstraße, aber trotzdem mit Stil.
In den letzten Tagen war ich noch auf den Spuren von Richard Löwenherz, heute bin ich endgültig im Land der Trüffel angekommen. Sorges ist dafür bekannt – es gibt hier sogar ein Trüffelmuseum! Ich hatte leider nicht die Kraft, es zu besuchen, aber allein die Vorstellung reicht schon, um den Magen zu kitzeln.
Der Hospitalero hatte großes Mitgefühl mit meinem Zustand und reichte mir ein Wundermittel, das stark nach Franzbrandwein roch. Ich massierte, was ich noch spüren konnte – und es half ein kleines bisschen.
Grüne Reise nach Santiago:
Tag 98
La Coquille – Sorges (36,8km)






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