Zu Fuß auf dem Pilgerweg von Berlin nach Santiago de Compostella
Via Lemovicensis:
Mont-de-Marsan – Saint Sever (21,3km)
Manchmal zeigt dir der Camino, dass nicht nur der Weg, sondern auch deine Schuhe Geduld mit dir haben müssen.
Heute Morgen gab es kein gemeinsames Ziel. Während Pierrot und Lydie noch schliefen, brachen Marion und ich gegen 7 Uhr auf. Mein erstes Ziel war klar: eine Bäckerei. Marion dagegen war kaum zu bremsen – sie hatte nur eine Woche Urlaub und wollte bis Saint-Jean-Pied-de-Port kommen.
Der Weg selbst war einmal mehr herrlich, so wie in den letzten Tagen. Und ja, da war noch die Sache mit meiner kaputten Einlegesohle. Jemand hatte nachgefragt: Ich habe sie gewaschen und die Löcher mit Schafwolle ausgefüllt – und siehe da, es half! Not macht eben erfinderisch. Die Wolle tausche ich natürlich regelmäßig aus.
Bereits am frühen Nachmittag kam ich in der Halte Jacquaire am Couvent des Jacobins an. Den Code für die Eingangstüre erhielt ich beim Touristenbüro. Die Herberge war außergewöhnlich schön, fast luxuriös. Ich hatte ein Vierbettzimmer ganz für mich allein, während Pierrot und Lydie ein anderes belegten. Für eine große Sightseeing-Tour fehlte mir die Kraft, doch für Pizza essen reichte es allemal.
✨ Pilgerweisheit des Tages:
„Wer Löcher mit Schafwolle stopft, entdeckt: Auch auf dem Camino gilt, dass kleine Improvisationen große Wunder wirken können.“ 🐑👣🍕
Grüne Reise nach Santiago:
Tag 110
Mont-de-Marsan – Saint Sever (21,3km)




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