Zu Fuß auf dem Pilgerweg von Berlin nach Santiago de Compostella
Via Lemovicensis:
Saint Révérien – Prémery (13,7km)
Die erste Nacht in illustrer Runde: sechs weitere Pilger, ein Schlafsaal und viele Geschichten. Eine bunte Truppe, vereint durch Blasen, Nudeln und die Suche nach dem Sinn (oder zumindest einer warmen Dusche).
Und obwohl der Tag laut Wetterbericht nicht besonders spektakulär aussah, hatte er es doch in sich: Immerwieder mal Regenschauer und einige Kilometer entlang einer viel befahrenen Schnellstraße – Adrenalin inklusive. Der Weg war heute also eher „Highway to Heaven“ als kontemplativer Spaziergang. Es gab zwar eine Alternativroute, aber die war 3 km länger – und bei dem Wetter? Nein danke. Ich bin ja nur Pilger und kein Esel.
Als der Regen nicht mehr stoppen wollte, klopfte ich leicht durchnässt und kaffeebedürftig an die Tür einer Herberge am Weg. Ein Lächeln, eine Tasse Kaffee – und ein Gefühl wie Zuhause. Ich blieb. Warum weiterziehen, wenn Herz und Tasse gefüllt sind?
Und siehe da, später kamen auch Jürgen und Daniel dazu – letzterer mit geschwollenem Knöchel, aber ungebrochener Laune. Am Abend verwöhnten uns Rudolf und seine Frau in der Herberge Le Cœur du Chemin mit einem himmlischen vegetarischen Menü. Herz und Magen sagten: Merci!
Fazit: Manchmal bringt der Regen nicht nur nasse Füße, sondern auch neue Freunde und ein unvergessliches Abendessen.
Grüne Reise nach Santiago:
Tag 75
Saint Révérien – Prémery (13,7km)



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