Zu Fuß auf dem Pilgerweg von Berlin nach Santiago de Compostella
Jakobsweg Trier – Vézelay:
Metz – Novéant-sur-Moselle (17,3km)
Nach dem eher bewegungsarmen Ruhetag in Metz verspürte ich heute wieder deutlichen Bewegungsdrang. So machte ich mich am Morgen auf den Weg in Richtung Novéant-sur-Moselle, begleitet vom klaren Kurs des Canal de Jouy, der nahezu schnurgerade aus der Stadt hinausführt.
Der Weg entlang des Kanals war angenehm ruhig. Immer wieder fielen mir die Hausboote auf, die vor Anker lagen – jedes mit seinem eigenen, oft etwas verwunschenen Charme. Die Tierwelt war heute besonders lebendig: Lautstarke Frösche und Enten bestimmten die Geräuschkulisse so sehr, dass selbst das entfernte Rauschen der Autobahn auf der gegenüberliegenden Seite fast vollständig darin unterging.
Nach etwa acht Kilometern wechselte ich hinüber zur Mosel, die parallel zum Kanal verläuft. In Ars-sur-Moselle begegnete mir ein besonderes Stück Geschichte: die Überreste eines römischen Aquädukts, das einst die Stadt Metz mit Wasser versorgte. Beeindruckend, wie sich hier die Vergangenheit direkt am Wegesrand zeigt.
Etwas später entdeckte ich am Weg einen Schrottplatz – und meine Neugier war geweckt. Ich erlaubte mir einen kurzen Abstecher und sah mich dort um. Zwischen rostigen Karosserien und metallischen Fragmenten entdeckte ich eine andere Art von Ästhetik: die der Vergänglichkeit und des Nutzlosen, das seine eigene Geschichte erzählt.
Meine Unterkunft für die Nacht in Novéant-sur-Moselle war das Chambres d’hôtes Les Châtaigniers, ein gemütliches Gästehaus in ruhiger Lage. Besonders froh war ich darüber, dass das einzige Restaurant im Ort – ein Imbiss mit Döner und Pizza – geöffnet hatte. Nach dem langen Tag war eine warme Mahlzeit mehr als willkommen.
Eine kleine Reise in die römische Vergangenheit und die Abwechslung zwischen Stadtflucht, Flusslandschaft und Höhenanstieg machte diesen Tag zu einer gelungenen Etappe.
Grüne Reise nach Santiago:
Tag 55
Metz – Novéant-sur-Moselle (17,6km)







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